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Interview mit Dr. Sarah Debor, Geschäftsbereichsleiterin für Urbanes Wohnen und Gewerbe bei naturstrom über Wirtschaftlichkeit, Kundenanlage und Versorgungssicherheit.

Frau Dr. Debor, welche Renditen lassen sich durch Batteriespeicher in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage erzielen?

Eine pauschale Hausnummer gibt es leider nicht. Es gibt keine klassische Rendite, die man als feste Zahl nennen kann. Es hängt stark vom Projekt ab. Bei kleinen PV-Anlagen ist ein Speicher oft nicht nötig, weil der Strom ohnehin verbraucht wird. Bei größeren Anlagen kann ein Speicher wirtschaftlich sehr interessant sein – „von bis“ sozusagen.

Ein zentrales Thema ist die sogenannte Kundenanlage. Warum?

Sie ist „die Frage aller Fragen“. Bis vor kurzem war die Kundenanlage praktisch illegal, und der Bestandsschutz unklar. Inzwischen hat die Regierung Regelungen geschaffen und zwei Jahre Entwicklungszeit genutzt, um eine neue energiewirtschaftliche Ausgestaltung zu definieren.

Wie sieht die Praxis aus?

Netzbetreiber in Berlin oder Hamburg akzeptieren gebäudeweise Kundenanlagen. Sobald wir mehrere Gebäude im Neubau zusammenschließen wollen, wird es schwierig. Im Bestand hängt es stark von der Netzanschlusssituation ab. Bereits bestehende Anlagen sollte man nicht anfassen.

Welche Herausforderungen gibt es bei Quartiersprojekten mit Wärmepumpen?

Anders als bei Strom ist die Versorgungssicherheit entscheidend. Wenn es einen Stromausfall gibt, muss die Wärmepumpe trotzdem Wärme liefern. Es sind spezielle Regelungen und Vorsorge nötig – Speicher allein reichen nicht.

Ihr Fazit zur Wirtschaftlichkeit?

Speicher können Quartiersprojekte wirtschaftlich deutlich verbessern – aber nicht automatisch. Entscheidend sind Anlagengröße, Verbrauch, regulatorische Situation und Netzanschluss. Nur wenn diese Faktoren geklärt sind, lässt sich seriös beurteilen, ob sich ein Speicher lohnt.

Frau Dr. Debor, vielen Dank für dieses Gespräch.