Martin Spiegel, geschäftsführender Gesellschafter der SCADA-Automation GmbH
Von den Anfängen bis zu intelligenten Systemen:
Martin Spiegel erklärte, dass er bereits seit rund 16–18 Jahren an Batterietechnologien geforscht habe, lange bevor sie in Deutschland industriell umgesetzt wurden. Sein Einstieg begann mit der ersten Großbatterie in Berlin in Zusammenarbeit mit Vattenfall und später dem Batteriekraftwerk Schwerin. Diese frühen Projekte dienten als Testfelder für Primär- und Sekundärregelung, Netzanbindung und Speicherintegration in bestehende Infrastrukturen.
"Wir begannen damit, gemeinsam miWir begannen damit, gemeinsam mit Vattenfall die erste Großbatterie in Berlin zu testen, um danach direkt das erste kommerzielle Batteriekraftwerk mit der WEMAG AG in Schwerin zu bauen. Das war mutig, einem Start-up wie der Younicos AG überhaupt ein solches Projekt umsetzen zu lassen.“ t Vattenfall die erste Großbatterie in Berlin zu testen, um danach direkt das erste kommerzielle Batteriekraftwerk mit der WEMAG AG in Schwerin zu bauen. Das war mutig, einem Start-up wie der Younicos AG überhaupt ein solches Projekt umsetzen zu lassen.“"
Die Technologie und der Markt entwickelten sich weiter, was Spiegel dazu bewegte, die SCADA-Automation GmbH zu gründen und sich stärker auf Batteriespeichersteuerung und Smart-EMS-Lösungen zu konzentrieren. Ziel sei es, intelligente Steuerungen für Mikrogrid-Systeme, Inselnetze und Batteriespeicherparks zu entwickeln, die sowohl kleine als auch große Speicher effizient integrieren.
„Die große Frage bei Batteriespeichern ist: Was will ich damit anfangen? Ziel, elektrische Kompatibilität und Qualität müssen passen. Wer Billiglösungen nimmt, riskiert später Probleme.“
Martin Spiegel
Modularität, Software und Qualität als Schlüssel
Spiegel betonte, dass die Auswahl der Komponenten und deren Integration entscheidend sei: „Die große Frage bei Batteriespeichern ist: Was will ich damit anfangen? Ziel, elektrische Kompatibilität und Qualität müssen passen. Wer Billiglösungen nimmt, riskiert später Probleme.“
SCADA-Automation setzt auf deutsche und europäische Hardware kombiniert mit eigener Software, die als Bindeglied zwischen Batterie, Wechselrichter und Netz agiert. Dabei können alte und neue Batterien, verschiedene Kapazitäten und chemische Technologien innerhalb eines Systems betrieben werden. Die Software sorgt dafür, dass jede Batterie entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit eingesetzt wird – sei es zur Lastverschiebung, Eigenverbrauchsoptimierung oder Primärregelung. „Wir haben ein System entwickelt, das zwischen Regler und Batterie sitzt und Prioritäten setzt – alte, neue, schnelle oder langsame Batterien – und sie optimal einsetzt.“
Praxisbeispiele und Anwendungsmöglichkeiten
Ein konkretes Beispiel ist die Handwerkskammer in Potsdam, wo Speicher, PV-Anlage und Windkraft in ein Energiemanagementsystem integriert sind. Spiegel erklärte: „Der Campus kann sich zur Hälfte ins Inselnetz bringen und vom Netz unabhängig agieren. Energieflüsse werden live überwacht und gesteuert.“
Darüber hinaus bietet das System Möglichkeiten für Industriebetriebe, Quartiere oder private Haushalte, die ihren Eigenverbrauch erhöhen, Lastspitzen abfedern oder Stromüberschüsse ins Netz einspeisen wollen. Besonders wichtig sei die Standardisierung und Softwareintegration, um unterschiedliche Batteriesysteme und Netzanforderungen zu bedienen.
Partnerschaften und Weiterentwicklung
SCADA-Automation arbeitet eng mit NAEXT und anderen Partnern zusammen, um Speicherlösungen für verschiedenste Projekte anzubieten, vom Einzelstandort bis hin zu großflächigen Speicherparks. Spiegel unterstrich: Vom Hexagon bis hin zu mehreren Speicherprojekten kann der Kunde jetzt auch in der Cloud sehen, wie gut die Systeme laufen und welche Fehler auftreten.“
Die Botschaft war klar: Batteriespeicher sind heute technisch ausgereift, wirtschaftlich relevant und bieten vielfältige Anwendungsmöglichkeiten – von der dezentralen Energieversorgung in Städten über Industrieanwendungen bis hin zu privaten Haushalten.